Rund um den Verein

Eine Freiwillige ist in Deutschland – Ein kleiner Erfolg

Nachdem die ausgewählten Freiwilligen aus Uganda ihr Visum nicht erhalten haben (siehe Stellungnahme unten „Scheitern“), legten beide Remonstration (Einwendung) ein.
Nach langem Warten hat eine der beiden Freiwilligen dann doch noch ihr Visum für Deutschland erhalten und ist nun seit dem 4. Januar 2014 in Deutschland. Hierbei möchten wir vor allem auch ihrer Gastfamilie und ihrer Einsatzstelle, der "Kischu" in Bremen, für das Engagement und die Mithilfe danken!
Die zweite Freiwillige hat ihr Visum trotz Remonstration und einer Haftungserklärung von Seiten der Zugvögel e.V. nicht erhalten. Eine offizielle Ablehnung des Visums nach der Remonstration ist jedoch bis jetzt nicht erfolgt. Trotz wiederholtem Nachfragen haben wir von der Botschaft keine Informationen zum Status des Visaprozesses erhalten. Warum also eine Person ihr Visum erhalten hat und die andere nicht, ist weiter unklar.
Wir sind sehr enttäuscht über die fehlende Antwort der Botschaft. Zugleich kritisieren wir das unkooperative Verhalten der Deutschen Botschaft in Kampala, wie auch deren intransparenten Visaprozess und fordern von ihr eine Stellungnahme. Diese Forderung haben wir bereits in einem Brief an den deutschen Botschafter in Uganda kundgetan.

Rückblick 2013 – Ausblick 2014

Ein neues Jahr bricht nun auch für die Zugvögel, das ist immer auch eine gute Gelegenheit einen Rückblick zu wagen. Im August traf die dritte Zugvögel-Freiwilligengeneration ein– eine tolle Nachricht. Leider konnten wir aber 3 weitere Freiwillige nicht empfangen, trotz aller Bemühungen.

Lesen Sie im aktuellen Newsletter, was sonst noch alles im Zugvögel Jahr 2013 passierte!

Scheitern

Die Länderarbeitsgruppe Uganda gibt es seit der Neugründung der Zugvögel. Seitdem haben wir von der  Länderarbeitsgruppe viel Energie in das Freiwilligenprogramm gesteckt und sollten dieses Jahr zwei Freiwillige aus diesem Land empfangen. Wir arbeiten mit der Freiwilligenorganisation VSO International in Kampala zusammen, die durch ihre Expertise und Offenheit eine gute Kooperationspartnerin ist. Sie ist für die Werbung, Auswahl und Vorbereitung sowie die Rückkehrbetreuung der zwei zu entsendenden Freiwilligen zuständig. Für den Freiwilligenzyklus 2013/2014 gingen mehr als 70 Bewerbungen in Uganda ein. Zwei junge Frauen wurden schließlich nach mehreren Gesprächen und dem Auswahlseminar ausgewählt und für ihren Freiwilligendienst in Deutschland vorbereitet. Während der Vorbereitungszeit der angehenden Freiwilligen sind die Beantragung des Visums, sowie die Durchführung eines Sprachkurses notwendig. Dazu  kommt die Auswahl des Einsatzplatzes sowie der Gastfamilie und der Ansprechpersonen für die Freiwlligen. Letztendlich kam es jedoch zur Ablehnung der Visanträge beider Freiwilligen; sie durften nicht nach Deutschland einreisen. Der Schock war für alle Beteiligten groß, zumal es keine Vorwarnung von der Deutschen Botschaft in Kampala gegeben hat. Eine Kommunikation stellte sich generell als schwierig heraus. Informationen zum Antragsstatus wurden sowohl uns, als auch den Antragstellerinnen erst auf mehrmaliges Bitten herausgegeben, oft waren die Informationen jedoch unzureichend und eine weitere Hilfestellung der Botschaft wäre nötig gewesen, zumal wir gerne die Anforderungen für Visa versucht hätten zu erfüllen, wenn sie uns bekannt gegeben worden wären. Die Konsequenz der ganzen Geschehnisse: Die Zugvögel können keine weiteren Freiwilligen aus Uganda empfangen. Diese Entscheidung, die wir zusammen mit der Entsendeorganisation in Uganda getroffen haben, fiel uns nicht leicht. Es ist uns aufgrund der Verantwortung den Freiwilligen gegenüber wichtig, diesen eine möglichst hohe Sicherheit geben zu können, ein Visum zu bekommen. So haben sie sich monatelang vorbereitet und sich mit Deutschland auseinandergesetzt, einen Sprachkurs erfolgreich abgeschlossen und ihre Arbeit gekündigt, um zu  erfahren, dass ihre Einreise nicht bewilligt wird. Eine Arbeit, die auf Ungewissheit beruht und letztendlich sogar fehlschlägt,  kann unser Verein nicht verantworten. Das Problem mit der deutschen Visavergabe in Uganda hatten übrigens nicht nur wir. Generell scheinen Visa nur sehr restriktiv vergeben zu werden. Wir wünschen uns mehr Transparenz im Visaprozess und zeitnah die notwendigen Informationen, um ganz normal ein Visum zu bekommen. Die LAG Uganda ist an den Strukturen, an denen wir rütteln wollen, gescheitert. Deshalb hat sich jetzt eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich Strategien überlegt, wie unsere politischen Forderungen, z.B. in Form einer Kampagne, gehört werden und hoffentlich zu einer Veränderung führen können.

Mitgliederversammlung November 2013

Die Zugvögel wurden in einem kleinen Hostel in Berlin geboren. Um an der Entstehung mitzuwirken kamen damals Interessierte von überall her angereist. Nun, fast zwei Jahre später, fand bereits die fünfte Mitgliederversammlung statt und wieder reisten Interessierte aus ganz Deutschland und darüber hinaus nach Berlin um daran teilzunehmen. Neben den 70 Mitgliedern kamen auch vier Zugvögel-Freiwillige dazugeflogen.

Im KuBiZ Raoul Wallenberg in Berlin Weißensee kamen wir alle zusammen und diskutierten von Donnerstag bis Sonntag ganz allgemein über unser Selbstverständnis und aber auch sehr konkret über organisatorische Aspekte. Themen waren unter anderem:
−    die Zusammenarbeit mit den Partnerstrukturen – Augenhöhe?
−    das politische Verständnis und der Auftritt des Vereins nach außen
−    Engagement der Zugvögel-Freiwilligen nach Ihrer Rückkehr
−    Entscheidungsgremium zur Unterstützung des Orga-Teams
−    Das Taschengeld der Freiwilligen
−    Die Struktur des Vereins – Entlastung der Freiwilligenorganisation
−    Teilnahme am weltwärts-Süd-Nord-Programm
−    Die Zugvögel als Träger des Bundesfreiwilligendienstes
−    Seminarkoordination und -planung
−    Rassismuskritische Prozessbegleitung des Vereins

Tägliche Team-Building-Einheiten schufen eine vertraute Atmosphäre und durch die erfolgreiche Zusammenarbeit und ein großes Bündel Vertrauen entstand ein wunderbar produktive Stimmung in der Gruppe. Donnerstag, Freitag und Samstag wurden alle Teilnehmer auf einen Stand gebracht, um dann wichtige Fragen zu diskutieren, die Meinungen der Freiwilligen oder von Verantwortlichen zu hören und dann passende Abstimmungsfragen zu finden. Am Samstag Nachmittag fand die große Abstimmung statt – teilweise im Plenum aber zum großen Teil per Abstimmungsbogen. Trotz des Zeitdrucks spiegelten die Ergebnisse einen weiträumigen Konsens im Verein wieder. Nach einem solch erfolgreichen Wochenende verließ der Schwarm vereinigt sein Nest um die Zugvögel-Idee in die Welt weiterzutragen.

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