Rund um den Verein

Positionspapier weltwärts Süd-Nord

Die Pilotphase der weltwärts-Süd-Nord-Komponente neigt sich dem Ende zu und eine umfassende Evaluation ist mitten im Gange. Wir haben uns im Zuge dessen damit beschäftigt, was für uns Kritikpunkte in der aktuellen Konzeption sind und welche Verbesserungen aus unserer Sicht anzustreben sind.

Entstanden ist ein Positions- bzw. Forderungspapier, dass Ihr hier lesen könnt.
 
Unsere Positionen sollen ein Diskussionsbeitrag darstellen und keine unverhandelbaren Wahrheiten. Das Papier basiert bis zu diesem Zeitpunkt auf unseren Erfahrungen und vereinsinternen Diskussionen. Wenn Ihr Anmerkungen, Fragen, Rückmeldungen habt, meldet euch gerne bei uns unter politisches(at)zugvoegel.org!

Blickwechsel und VisaWie in Berlin

Film + Publikumsgespräch

Der Verein Zugvögel e.V. organisiert im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus einen bunten Filmabend Blickwechsel trifft VisaWie?.

Unter dem diesjährigen Motto „100 % Menschenwürde – gemeinsam gegen Rassismus“ stellen wir Euch Filme vor, die das Thema Freiwilligendienst aus verschiedenen Blickwinkeln heraus aufrollen. Im Anschluss an die Filme stehen uns die Filmemacher*innen für ein Publikumsgespräch zur Verfügung, in dem wir gemeinsam über den (Rassismus-) kritischen Blick auf Freiwilligendienste sprechen wollen.

Wann: Mittwoch, 23.03., 19.30Uhr

Wo: Moviemento Kino, Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin

Was: Blickwechsel trifft VisaWie?

Eintritt: 5 €uro

 

Visa Wie? - Die Macht des Visums (OmU)

Kurzfilm: Deutschland/Bénin 2015, 10 Min., Produktion: Myriam Hombach, Moritz Steegmaier, Kamera: Borislav Salatino, mit: Bené Preye Abeke, Abdoul-Kawihi Ibrahima Issaka, Johannes Lange, Carl Martin, Rodrigue Viatonou

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=zhwhwrDZ-_A

Der Kampagnenfilm der Kampagne „VisaWie ? - Gegen diskriminierende Visaverfahren“ handelt von der Problematik der Visavergabepraxis. Die Idee zu diesem Kurzfilm im Rahmen der Kampagne entstand, nachdem zum wiederholten Male ein Visumsantrag einer Ruandischen Person abgelehnt wurde. Der Verein „Zugvögel, interkultureller Süd-Nord Austausch e.V.“, der sich schon seit mehreren Jahren für den Süd-Nord-Austausch  engagiert, fasste damit die Entscheidung sich verstärkt diesem Problem zu widmen.

Tonkanäle: Stereo. Produktionsformat: sogenanntes FULL HD 1080p/25, DNxHD 120, 16:9 Breitbild

 

Blickwechsel – Sichtweisen auf deutsche Freiwillige (OmU)

Dokumentation: Deutschland 2014, 87 min

Trailer:  https://vimeo.com/152729835

Jährlich reisen mehr als 3000 meist junge Deutsche nach Afrika, um in einer Organisation oder in einem Projekt einen mehrmonatigen Freiwilligendienst zu absolvieren. Die Motivation der Reisenden ist unterschiedlich. Zumeist prägen ihre persönlichen Erfahrungen, Erzählungen und Berichte das öffentliche Bild von Freiwilligendiensten in Afrika. Aber was denken Begleiter*innen vor Ort über das Kommen und Gehen der deutschen Gäste? Welche sichtbaren und unsichtbaren Spuren hinterlassen Freiwillige in den Projekten aus Sicht von vor Ort lebenden Menschen?

In der perspektivenreichen Dokumentation schildern Personen in Südafrika, Ghana und Gambia ihre Sichtweisen und Erfahrungen mit deutschen Freiwilligen.

Ein spannender Film über die Vielfältigkeit und Komplexität von Begegnungen im Kontext von Freiwilligendiensten.

Tonkanäle: Stereo. Produktionsformat: HDV. Format: 16:9

Stellungnahme Rassismus ggü. FAZ

Stellungnahme zur Instrumentalisierung eines Schwarzen Menschen durch die FAZ

Zum Beitrag "Flüchtlinge in den Freiwilligendienst" FAZ vom 16.09.2015 von Kristina Schröder.

Der Artikel "Flüchtlinge in den Freiwilligendienst" (FAZ, 16.09.2015) beschreibt das (inzwischen durchgesetzte) Vorhaben, Geflüchteten Zugang zum Bundesfreiwilligendienst zu ermöglichen.

Für den Artikel wurde ein Beitragsbild (copyright: Cornelia Sick) des ehemaligen Freiwilligen Shaban Masengesho verwendet. Allerdings handelt es sich bei Herrn Masengesho nicht um einen Geflüchteten, sondern einen Süd-Nord-Freiwilligen, der vom ruandischen Verein Akanyoni Kaguruka nach Deutschland entsendet wurde, wo der Verein Zugvögel e.V. ruandische Freiwillige empfängt. Herr Masengesho ist inzwischen wieder in Ruanda, wo er als freier Fotograf arbeitet. Im Zusammenhang mit dem Artikel wird er als Vorzeige-Geflüchteter dargestellt. An keiner Stelle wird erwähnt, dass es sich hier um einen Süd-Nord-Freiwilligen handelte. Herr Masengesho erfuhr nur durch Zufall von der Verwendung des Bildes, auf dem er zu sehen ist. Die Bitte Herrn Masengeshos um eine Richtigstellung und seine Kritik am Vorgehen der FAZ von Anfang Oktober blieben bislang unbeantwortet.

Das Verhalten der FAZ kritisieren wir, denn es ist aus mehreren Gründen problematisch. Herr Masengesho wird wörtlich als "Vorbild" für Geflüchtete im BFD betitelt. Es werden keine weiteren Informationen gegeben, um wen es sich auf dem Bild tatsächlich handelt. Das Bild von Herr Masengesho wurde offensichtlich aufgrund seiner Hautfarbe bzw. "afrikanischen" Herkunft gewählt. Es scheint außerdem egal zu sein, dass Herr Masengesho aus einem Land kommt, aus dem prozentual wenige Menschen nach Deutschland flüchten. Er muss herhalten als Substitut für "afrikanische Geflüchtete". Dabei kommen mehrere Annahmen zum Tragen. Die Instrumentalisierung der Hautfarbe führt dazu, dass auf in Deutschland lebende Schwarze Menschen das Stereotyp einer geflüchteten Person projiziert wird. Zumindest wird weiter eine nichtdeutsche Herkunft mit Schwarzen Menschen assoziiert. Diese Instrumentalisierung funktioniert nur durch die leider immer noch gesellschaftlich vorherrschende Verknüpfung von Schwarzsein mit Armut, Hilfsbedürftigkeit und eben „auf der Flucht sein“. Hier wird nicht nur eine weiße Annahme reproduziert, nach der Schwarze Menschen Geflüchtete sind oder zumindest nichtdeutscher Herkunft, sondern auch Weißheit zur Norm für Deutsche erhoben. Das Bild von Schwarzen Menschen bzw. People of Colour, das aufrecht erhalten wird, dient einer vereinfachten Einordnung, wird aber den kategorisierten Menschen nicht gerecht. Die FAZ versucht hier, durch die rassistische Verwendung von Bildern, Glaubwürdigkeit zu erlangen, indem sie sich scheinbar medial stark aufstellt.

Wir fordern die FAZ dazu auf, das Bild Herrn Masengeshos im Zusammenhang mit dem erwähnten Artikel nicht mehr zu verwenden und einen Artikel zur Richtigstellung zu publizieren. Journalistische Seriosität verlangt sowohl, die Persönlichkeitsrechte Einzelner zu respektieren und die Betroffenen gegebenenfalls zu kontaktieren. Zudem erwarten wir für die Zukunft ein stärkeres Bewusstsein der FAZ zu diesem Thema, damit eine solche Instrumentalisierung, wie von uns beschrieben, nicht mehr geschieht.

Zugvögel, interkultureller Süd-Nord-Austausch e.V.

Update(05.12): Das Foto wurde mittlerweile entfernt, eine Richtigstellung fehlt allerdings noch.

Die Freiwilligen 2015

Anfang September ist es mal wieder so weit: eine neue Freiwilligen- generation beginnt ihren Dienst in Deutschland! Dieses Jahr erwarten wir 5 Freiwillige: Patrick und Gloria aus Ruanda, Karina und Felipe aus Ecuador und Narayan aus Nepal. Insbesondere bei letzterem sind wir glücklich, dass trotz widriger Umstände nach dem Erdbeben in Nepal die Organisation des Auslands- jahres noch geklappt hat.

Die erste Septemberwoche erwartet die Freiwilligen erst einmal das Ankunftsseminar in der Nähe von Göttingen, bevor es dann in die Gastfamilien und Einsatzstellen geht.

Lernen Sie die Freiwilligen hier besser kennen!

 

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