Politisches

Politisches

Angefangen hat alles mit der Idee die gängige Freiwilligenpraxis auf den Kopf zu stellen: kultureller Austausch durch eine partnerschaftliche Organisation von Süd-Nord-Freiwilligendiensten. Seit Beginn an sind wir bei unserer Arbeit immer wieder an Grenzen gestoßen. Wie sieht eine Partnerschaft auf Augenhöhe aus? Wie organisieren wir Seminare aus unserer Perspektive, die aber den Bedürfnissen der Freiwilligen gerecht werden? Tragen wir als einladende Organisation besondere Verantwortung für schlechte Erfahrungen, die die Freiwilligen im Laufe ihres Jahres in Deutschland machen? Was wäre eine angemessene Reaktion darauf? Wie könnten wir vorbeugend arbeiten und inwiefern haben wir uns einzumischen? Wie gehen wir mit, aus unseren Augen, diskriminierend handelnden Behörden um?

Wir haben für uns festgestellt, dass wir das Freiwilligenprogramm nicht außerhalb von politischen Kontexten umsetzen können. Es liegt nahe, dass wir diese Belange nicht einfach hinnehmen wollen, sondern diese diskutieren, kritisieren und wo nötig verurteilen. Unser Selbstverständnis gilt uns dabei als Leitbild.

Hinsichtlich verschiedener Aspekte bewegen wir uns selbst in den Strukturen, die wir bekämpfen möchten - reproduzieren sie unter Umständen sogar. Deshalb setzt unsere Auseinandersetzung zunächst bei uns selbst an. Dieser Prozess fängt daher mit der Reflexion unserer eigenen Vereinsarbeit an. Awarenessbildung, Workshops und Trainings richten sich also gerade auch an Vereinsinterne. Dort soll und kann aber unsere Arbeit nicht aufhören. Wir wollen uns einmischen, zu Themen, die unsere Arbeit betreffen und wo wir es für sinnvoll und notwendig erachten.

Das tun wir nun beispielsweise mit einer Kampagne zu einem Thema, das uns das letzte Jahr intensiv beschäftigt hat: Die Einschränkung der globalen Bewegungsfreiheit von Menschen aus Ländern des Globalen Südens. Mit der Kampagne « Visa Wie? - Für ein faires und transparentes Visa-Verfahren! » werden wir auf die gängige, ungerechte Praxis in der Visavergabe thematisieren, kritisieren und mit konkreten Forderungen an PolitikerInnen herantreten und Veränderungen anstreben.

Wir haben in der Vergangenheit bereits einige Veranstaltungen, zu Postkolonialismus, Kritik an der Entwicklungszusammenarbeit oder zum Umgang mit Geflüchteten in Deutschland organisiert. Dennoch befinden wir uns noch ganz am Anfang dieses Weges. Wenn Ihr uns dabei unterstützen wollt, Anregungen für uns habt, oder euch einfach näher dazu informieren wollt, schreibt an das Gremium für politische Arbeit unter politisches(at)zugvoegel.org. Dieses Gremium ist im Zuge der Umstrukturierung des Vereins im November 2016 entstanden.

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